Monday, February 2, 2009

Verschwendete Energien

Die Unsummen, die während der letzten US-Wahl ausgegeben wurde, sind unglaublich. Die Wahl-kampagne kostete für beide Parteien in diesem Wahljahr circa $2 Milliarden Dollar. Stell dir diese Summe mal in Zeit umgerechnet vor: das wären 228.310 Jahre. Ein Jahr hat 8.760 Stunden. Woher kommt es, dass diese Riesensummen uns nicht mehr beeindrucken? Woher kommt es, dass wir es akzeptieren, das grosse Unternehmen Milliarden Profit einfahren? Warum sind die Mittel zum Leben so ungleichmässig verteilt?

Selbst bei einem Stundenlohn von $1.000 Dollar pro Stunde ($1.920.000/pro Jahr) und einer 40 Stundenwoche, 160 Stunden pro Monat, 1.920 Stunden pro Jahr; bräuchte es also 1.041,66 Jahre, um diesen Betrag zu verdienen. Nun stell dir mal vor, wie lange es dauern würde, diese Summe mit dem normalen Durchschnittsgehalt von $25/Stunde ($48.000/Jahr) zu erwirtschaften? Es ist schwierig sich dies vorzustellen, dennoch beindrucken uns die Unsummen, die Unternehmen als Profit erwirtschaften einfach nicht mehr. Geschäft ist Geschäft. Es ist halt der Erfolg. Geschäft heisst, andere übers Ohr zu hauen.

Wenden wir uns nun den Rettungspaketen der Banken zu. Wir brauchen nur daran zu denken, wie einfach die Banken ihr Rettungspaket bekommen haben, und wie schwer es für die Autoindustrie ist, welches einen grossen Teil der arbeitenden Mittelklasse repräsentiert, die circa $60.000/Jahr verdienen - wenn sie Glück haben. Die Autoindustrie verlangt nach „Eingeständnissen” von seiten der Gewerkschaften, der Arbeiter. Es wird Entlassungen geben und Gehaltsreduzierungen: alles unter dem Motto „Kosten zu senken.” Warum sagt man nicht gleich deutlich: Um Leben abzuschneiden?
Lass uns mal für einen Augenblick über dieses Autoindustrie-Thema nachdenken: hier gibt es viel verschwendete Energien. Ensprechend dem Diktat eines „freien Marktes”, muss die Industrie dem Wettbewerb unterstellt sein. Es gibt auf der Welt circa 12 grosse Autohersteller (mehr oder weniger). Von diesen sind einige Unterauftragnehmener. Aber lass uns bei diesen 12 bleiben. Diese Hersteller haben ein wichtiges Ziel, nämlich Autos herzustellen, um Profit einzufahren. Sie müssen nicht das beste Auto herstellen oder eines, das am wenigsten Benzin verbraucht, es muss sich ganz einfach verkaufen lassen. So werden wir durch „Optionen” und „bestimmten Funktionen” dazu verführt, ein Auto zu kaufen, aber nicht wirklich von der Qualität. Sie verkaufen es wie Sex. Aber es ist nie wirklich befriedigend.

All das sind verschwendete Energien: wir befinden uns inmitten einer „Klimakrise”, aber wir akzeptieren immer noch, dass die Autoindustrie Profite durch „Verbesserungs-Upgrades” macht. Anstelle nach den Regeln des „freien Marktes” zu handeln, sollten wir „sozial” denken lernen. Wir sollten akzeptieren, dass für eine bessere Menschheit und Erde nicht alles unter das Prinzip des Profits stehen kann. Lass uns die Autohersteller verstaatlichen, lasst sie uns fusionieren, lass uns bessere Autos herstellen. Autos, die halten (und nicht schon nach kurzer Zeit auseinanderfallen), Autos, die keine fossilen Brennstoffe verwenden; Auto, die keine negativen Auswirkungen auf alle Lebewesen haben. Wenn wir uns vor Auegn stellenm wie viel die Autoindustrie jedes Jahr an Forschung und Werbung ausgeben; alles verschwendete Mittel und Energien.

Gerade die Leute, die einen Lebensstandard von $60.000/Jahr haben, wie die Arbeiter in der Autoindustrie, sagen, dass die Arbeiter das Problem sind, weil sie zu viel Geld verdienen und zu viel verlangen, wie beispielsweise Krankenversicherungen und ähnliches. „Ein Ungelernter, der einen monotone Tätigkeit verrichtet, verdient es nicht, genauso entlohnt zu werden, wie jemand mit einer Ausbildung.” Ich habe das oft gehört. Lass das mal in dich einsinken. Ich erinnere mich, als ich aufwuchs, dass ich ständig zu hören bekam, wie wichtig „Schulbildung” sei. Und das die Arbeit, die ich dann machen kann, weil ich eine Schulausbildung habe, zu „Erfolg“ führt. Diese Vorstellung wurde von der Familie, der Regierung, den Unternehmen allesamt beschworen. „Mache einen guten Schulabschluss, und eine gute Arbeit wartet auf dich”, habe ich Dutzende male zu hören bekommen. Da wurde ganz absichtlich ein Keil zwischen die verschiedenen Leute gehauen, mit der Absicht, den Klassenkampf untereinander zu ermöglichen. Teile und herrsche. Verschwendete Energien.

Mit der Gleichung von Geld=Leben (siehe vorherigen Eintrag) bedeutet dies nun, dass ein Mensch mit Schulausbildung mehr Recht auf Leben hat? Sind die gebildeten Menschen der Meinung, dass die Ungebildeten nicht ihren Teil beigetragen haben, und daher zu weniger berechtigt sind? Glauben diese, dass Schulausbildung ihnen die „Berechtigung” geben? Sind sie neidisch, weil jemand vielleicht nicht durch die jahrelange Schulausbildung gegangen ist, um den selben Lebensstandard zu erreichen? Sind sie bitter?

Das gleiche gilt für „Sozialhilfe”. Ich habe es so oft gehört, dass Leute glauben, dass jeder „seinen Teil zum Ganzen” beitragen muss. Was für ein Teil ist das? Welchen Nutzen haben wir hier? Verbessern wir die Menschheit mit aufgezwungener Arbeit, damit einige wenige daraus Nutzen ziehen? Warum haben die Menschen soviel Angst davor, dass jemand „Nutzniesser” des Systems sein könnte? Haben sie das Gefühl, dass man sie betrogen hat? Sind sie neidisch? Glauben sie tatsächlich dass eine Welt, inder es 100% Beschäftigung gibt, mit einer 40-Stunden-Woche, einen Unterschied macht? Wofür arbeiten wir alle so fieberhaft? Glauben sie tatsächlich, dass mit all den Fortschitten, die wir in den letzten hundert Jahren gemacht haben, die Menschen länger und härter arbeiten müssen? Das beide Elternteile arbeiten müssen, um „gleichgestellt” zu sein? Entwickeln wir uns wirklich als Spezies weiter? Verschwendete Energien.

Es ist gar nicht so schwierig die meisten anstehenden Probleme zu lösen, wir müssen bloss gemeinschaftlich in Aktion treten. Wir müssen ebenso „Geld” aus der Gleichung des Lebens nehmen. Wir sind alle von derselben Erde, haben die gleichen Resourcen, die gleiche Lebenenergie; wir alle haben das Recht auf die lebensnotwendigen Dinge, die für das Leben notwendig sind.
Das Problem liegt in der Aufspaltung, die sich zwischen den Menschen etabliert hat und die Verurteilungen, die sich in unseren Köpfen eingenistet haben. Das Problem sind die belanglosen Kämpfe untereinander in der arbeitenden Klasse. Das Problem ist, dass ohne Informationen, die Menschen unwissend bleiben, über das, was in der Welt geschieht, und dass sie dann anfällig sind für falsche Regierungsführungen.

Wie schlimm wäre es wirklich, wenn das Finanzsystem zusammenbricht? Wird es die Reichen genauso in Mitleidenschaft ziehen, wie es die Besitzlosen getroffen hat? Was würde passieren, wenn wir alle für einen Monat nicht zur Arbeit gehen? Würden sie dann verstehen, was los ist? Werden wir dann in der Lage sein, Veränderungen zu stimulieren? Sicher, manche würden während des Wechsels sterben, aber andere sterben auch jetzt schon, nur weil sie kein Geld haben. Wir haben die Macht, dies alles jetzt zu verändern: sag einfach: NICHT MEHR.

Ich glaube, dass Ausbildung für unsere Zukunft sehr wichtig ist, aber lass uns Bildung nicht mit „Training” verwechseln. Die Fähigkeit zum Lernen liegt im Fragen stellen und Experimentieren können. Wenn wir zu ängstlich sind, aus der Norm zu fallen, werden wir nie etwas lernen. Sicher, manche sind Meister, in das was sie tun. In der Realität aber ist die Frage: wie wichtig ist es, was sie tun? Stimuliert ihr Denken wirklich das Gehirn? Müssen sie wirklich darüber „nachdenken” was sie machen? Existieren wir nicht einfach, und wir machen was wir gerade machen? Verschwendete Energien.

Es gibt bei weitem noch mehr Beispiele und Ansatzpunkte, die in diesem Kontext aufgeführt werden koennen. Reflektiere einfach mal über die oben genannten und über die, die dir dazu einfallen. Was sind die verschwendeten Energien, die du siehst? Wo sind all die Denker hin? Vielleicht sind sie durch “Erziehung” ausgestorben?