Wenn alle Menschen miteinander in Wettbewerb stehen, und Wettbewerb Wirtschaftsleben bedeutet, und Wirtschaftsleben mit Erwerbstätigkeit gleichzusetzen ist, dann muss so zwangsläufig Erwerbstätigkeit mit Leben gleichgesetzt werden. Selbsterhaltung ist der wohl fundamentalste überlebensinstinkt überhaupt. Und wenn, menschliche und nicht-menschliche Tiere in eine Ecke gedrängt werden, werden sie alles tun, um zu überleben.
Das ist die höchste Stufe von Kontrolle. In dem System welches viele Jahrhunderte überlebt hat, und darauf aus war, Menschen auf den niedrigsten Nenner zur reduzieren, gilt vor allem: „Bring dein Schäfchen ins Trockene“ (Teile und Herrsche). Und in diesem Prozess wird jeder Teil der Gesellschaft auf das Wettbewerbsprinzip reduziert, was durch die Erziehung in den Schulen, am Arbeitsplatz, und in den Mainstream Medien noch unterstützt wird. „In dem Kampf jeder gegen jeden“ wird Wettbewerb als unabdingbar und tugendhaft dargestellt. Und vor allem: Stell es nicht in Frage, akzeptiere es ohne Aufbegehren.
Wettwerb ist gut, so heisst es, denn es fördert Innovation (es wäre zu fragen um was für eine Definition von Innovation hier die Rede ist– es sollte dabei nicht um den nächsten besten Tassenhalter gehen) und kreiert Anreize. Anreize für was? Es erscheint mir, dass es nur dazu dient Geld zu verdienen. So könnte man es auf den folgenden Punkt bringen:
LEBEN = GELD
Wenn diese oben genannte fürchterliche Gleichung in der Gesellschaft akzeptiert wird, sei es durch Propaganda, Massenmedien und Erziehung (Schulen), dann wird dies zur Wahrheit erhoben. Wenn man diese „Wahrheit“ anspricht, bekommt man zu hören, dass man die „Dinge vereinfacht darstellt“, was dann mit Statements abgewiegelt wird, dass „man ja ohne Geld nicht leben kann“, und „das wir alle arbeiten müssen“, und „du musst deinen Beitrag leisten“ oder „du musst essen“, und „hier werden keine Schmarotzer geduldet.“
All diese Zeitungsenten werden ständing ins Gespräch gebracht, und das mit unwissenden, aufgeklärten und nicht aufgeklärten Menschen, und das über alle Zeit. Der Bildungsgrad spielt weder beim Erkennen der Wahrheit noch beim Wiederkäuen von einprogrammierten Antworten keine Rolle. Man kann durchaus hochgebildet sein, aber dennoch ignorant. Ich habe sogar versucht zu erklären, dass all diese Begründungen alle, und zwar Wort für Wort, auf der ganzen Linie – einprogrammiert sind; wobei ich dann solche wunderbaren Antworten bekam wie: „Es muss doch dann wahr sein, wenn alle es sagen.“ Meine Lieblingsantwort ist aber immer noch: „Und in deiner utopischen Welt, wer wird dann die Dreckarbeit machen?“ Ich habe wirklich keine Lust mehr auf solche gehirngewaschenden Idioten. Sie werden „ihr“ System bis zum Tode verteidigen.
Die Trennung des Selbsts vom kollektiven Geist, der Gesellschaft und der Natur selbst hat zu dem geführt wo wir heute stehen, und was wir geworden sind. Die blinde Akzeptanz unserer Umstände und die Vorstellung, dass der „Kapitalismus die Oberhand behalten muss“ ist ein kollektiver Geist, der von einem anderen kollektiven Geist gesteuert wird. Die Wünsche (Träume) der „Oberen Zehntausend“ steuern das Gros der Gesellschaft, wobei die wenigen das Geld kontrollieren und damit das Leben.
Mittels Furchteinflössen und Einschüchterungen, verordnen die Wenigen Gesetze zur Wahrung von „Besitz“, welches sie angehäuft haben – alles zu Lasten der Gesellschaft. „Das kann dir auch passieren“, „er ist eigentlich ein netter Kerl, aber eher so ein Einzelgänger“, „Schliess die Türen ab“, „Verschliesse Sie Ihre Wertgegenstände im Kofferraum“. All solche Ermahnungen sollen „dir“ helfen dich zu schützen! Eben nicht! Sie sind gestaltet worden, um Besitz zu schützen. Und während wir alle Besitz ansammeln, werden wir alle verrückt. Man kann seinen Besitz gegen Diebstahl versichern. Lass das einfach mal ins Gehirn sinken. Ich möchte jemanden GELD geben, jeden Monat, nur für den Fall das jemand meinen Besitz stehlen möchte. Oder noch besser: Ich möchte meinen Besitz versichern (GELD) im Falle das die Firma, die das Produkt hergestellt hat, etwas verkorkst hat, und es geht frühzeitig kaputt.
Und lass Dir nun folgendes einsinken : Lass uns eine kurze Reise zurück in das frühe neunzehnte Jahrhundert machen, in einem Ford. Henry gefiel die Idee damit viel Geld zu verdienen, in dem er Leuten Sachen verkaufte, so dass er das mit dem Konzept der „Geplanten Veralterung“ erfand. Oder „wie kann ich es so einfädeln, dass mein Dreck schnell kaputt geht, so dass der Konsument ein neues Produkt kaufen muss?“ Und was daraus folgt ist: Man kriegt das Ersatzteil nicht mehr, weil die Firma Prozesse verändert hat, und so geht es weiter und weiter. Dieser Produktzyklus Dinge zu kaufen hat sich über die Jahre mehr und mehr verkürzt, und das trifft besonders auf technische Gadgets zu: Man denke nur an das „I-Universum“.
Was wäre, wenn man folgende Kalkulation anstellen würde: Nehmen wir mal an, dass der Durchschnittsbürger 40,000 Kanadische Dollar im Jahr verdient (ok, wenn er Glück hat). Diese Person hat drei Wochen Urlaub (oh, bitte!) und arbeitet 40 Stunden pro Woche montages bis freitags (oh, Junge, Junge). Das wären dann ungefähr 21 Dollar pro Stunde. Das heisst 21 Dollar = 1 Stunde Lebenszeit. Wenn die Lebenserwartung 72 Jahre ist, und man berechnet jede Stunde des Lebens, so wäre der Lebenswert $13,245,120. Ich habe letztens von einem GM memo gelesen, wo das Menschenleben auf 200,000 berechnet wurde. Das macht mich nachdenklich.
Das heisst dann, dass das 1,500 Dollar teure MacBook, welches du gerade gekauft hast, ca 71,5 Stunden oder umgerechnet drei Tage deines Lebens kostet. Wenn jemand dein MacBook klaut, wie lange sollte er dafür im Knast sitzen? Es heisst, das 20 Millionen Menschen in den USA im Knast sitzen oder gesessen haben. Und diese Zahl steigt um 1000 Menschen pro Woche. Wieviele dieser kriminellen Akte haben mit Besitz zu tun? Und werden sich die Menschen verändern? Ich habe letztens einen Artikel gelesen, der handelte davon, wie Menschen nach 25-30 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurden. Sind sie nun rehabilitiert? Bestimmt. Werden sie in der neuen Welt überleben? Vielleicht nicht, aber die Gesellschaft im allgemeinen kann nicht genug davon bekommen, sie zu dämonisieren und wird sie für immer für ihre längst verjährten Taten zur Rechenschaft ziehen. Viel Glück!
Wo kommt stammt dieser gemeine Zug des Wettbewerbs? Warum vergleichen sich Menschen miteinander und wollen bessr dastehen? Kann es sein, dass sie keine eigene Kontrolle über ihr Leben haben und daher andere kontrollieren müssen, auch indirekt in dem man jemanden etwas nachträgt, im Groll? Ist das die Angst das Leben zu verlieren und mit ihnen die Dinge, was über die Jahre so zugenommen hat, so dass rationale Gedanken aufgezehrt sind?
Warum, mit all den Fortschritten, die wir in unserer Menschlichkeit und unserer Umwelt gemacht haben, können wir keine Gemeinsamkeit finden und keine Menschlichkeit, statt unser selbst? Haben die Wenigen tatsächlich die Vielen so delegiert, wo sie nur noch überleben, instinktiv reagieren, und verzweifelt versuchen das wenige was sie angehäuft haben zu verteidigen damit sie sich in ihrer Lebensenergie bestätigt fühlen?
Was sind die Antworten? Ich wünschte, ich hätte welche. Da gibt es jene, die sagen, dass wenn du die Antworten nicht kennst, dann halte die Klappe. Für die habe ich keine Zeit. Um Lösungen zu finden, müssen Probleme zunächst identifiziert werden. Und um eine richtige Lösung zu finden, muss das ursprüngliche Problem erkannt werden. Der Wettbewerb ended nicht auf der individuellen Ebene; es gibt viele Gruppen, die ähnliche Absichten haben, dennoch arbeiten sie gegeneinander.
Kommen wir alle zusammen in einer ‚kommunalen’ Gesellschaft (wobei die Einrichtungen uns Erinnerungen an Koresh aufblitzen lassen)? Bereiten wir eine versteckte oder offene Revolution vor (mit Visionen von Aktivisten und Terroristen)? Oder akzeptieren wir die Situation einfach und machen weiter wie sonst? Mit welchen gewählten Pfad können wir leben? Wie mobilisieren wir uns? Was brauchen wir? Wie entkommen wir dem Wahnsinn?
Sunday, December 21, 2008
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